Transcription of LeiMon75,278[3]et279[1]
— 278 PAR. LXII. —
LXII. Uebrigens beweisen auch die kurz
vorher angegebenen Gründe a priori, warum
die Dinge nicht anders seyn können, nemlich
weil Gott bey der Anordnung des Ganzen
auf ieden Theil und hauptsächlich auf iede
Monade Rücksicht genommen hat und da eine
Monade ihrer Natur nach etwas vorstellen
kann, so konnte nichts sie einschränken, daß
sie nur einen Theil der Dinge vorstellen sollte.
Wenn diese Vorstellung gleich in Absicht
auf die ganze Welt nur dunkel ist, und
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sie nur in Ansehung einer kleinen Anzahl ihrer
Theile, d. h. derienigen klar seyn kann,
die ihr am nahesten kommen und die in Beziehung
auf iede Monade von grösserer Erheblichkeit
sind. Denn sonst wäre iede Monade
eine Art von Gottheit. Die Monaden sind
also nicht in ihrem Gegenstande, sondern
nur in der Modification der Erkenntnis ihres
Gegenstandes eingeschränkt. Alle streben
auf eine dunkle Art nach Unendlichkeit.
Allein sie sind nach den Graden ihrer klaren
Vorstellungen eingeschränkt und von einander
unterschieden.
Leibniz Mon75 278-279 §LXII.