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     Man möchte auch immer sagen „daß die Stäbe eine Länge haben ist selbstverständlich”. Während man sagen sollte: so einen Satz gibt es gar nicht; anderseits könnte man wenn sich z.B. ein Teil der Stäbe fortwährend ausdehnen & zusammen ziehen, sagen: ich sehe unter den Stäben vor mir eine Länge (im Gegensatz zu keiner).
     Ich denke an den Fall in welchem man
sagen kann: „ich sehe eine Farbe, ob noch andere da sind weiß ich noch nicht”.
     „Ich zähle zwei Farben –”
     „Ich zähle eine Farbe. –”
     
     Wie wenn ich die Längen von Strichen zählte, dürfte ich da bei ‚eins’ zu zählen anfangen? In gewissem Sinn ‚ja’ & in gewissem Sinn ‚nein’. Wenn ich etwa zählte in dem ich Striche auf ein || das Papier setzte: sollte ich einen Strich aufs Papier machen wenn ich einen Strich („denn irgendeine Länge hat er ja”) gesehen
habe? Ich habe etwa wie ich den ersten Strich gesehen habe einen Zählstrich aufs Papier gemacht; was ist mir denn aufgefallen? daß der Strich eine Länge hatte? – In diesem Sinne wären Striche keiner Länge, keine Striche (ich meine der Satz „ich habe Striche keiner Länge gesehen” hieße soviel wie „ich habe keine Striche gesehen”.)
Man könnte also auch so fragen: Wie habe ich Farben (oder Längen, etc.) zu zählen? (Ich nehme
dabei zur größeren Klarheit an daß wir durch Zählstriche zählen). Soll ich nun mit einem Strich anfangen oder etwa mit zweien? Wenn ich mit zwei Strichen zu zählen anfange so zeigt mir dies klar den radikalen Unterschied, & daß ich hier in anderm Sinne des Wortes ‚zähle’ als etwa wenn ich Soldaten zähle. Denn der Zwei geht ja dann nicht etwa eine gedachte Eins voraus, sondern die zwei Stücke wären wirklich
der Anfang. Und eine Eins könnte es da nicht geben ganz so wie wenn man mit den geraden Zahlen zählte || zählen würde die Eins in der Zahlenreihe nichts zu suchen hätte. Man könnte die Zählstriche in diesem Fall etwa so schreiben um zu zeigen daß es sich bei ihnen um den Richtungsunterschied handelt; so daß der einfache Strich ❘ einer Art o entspreche. Ja man kann auch wirklich die Unterschiede zählen & in
diesem Fall gibt es zwar eine Eins aber die Zahlenreihe lautet 0, 1, 3, 6, (
n ∙ (n ‒ 1)
2
).