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         Wenn mir jemand z.B. das Wort “Würfel” sagt, so weiss ich, was es bedeutet. Aber kann mir denn die ganze Verwendung des Wortes vorschweben, wenn ich es so verstehe?
         Ja, wird aber anderseits die Bedeutung des Worts nicht auch durch diese Verwendung bestimmt? Und können sich diese Bestimmungen nun widersprechen? Kann, was wir so mit einem Schlage erfassen, mit einer Verwendung übereinstimmen, zu ihr passen, oder nicht zu ihr passen? Und wie kann das, was uns in einem Augenblicke gegenwärtig ist, was uns in einem Augenblicke vorschwebt, zu einer Verwendung passen?!
         Was ist es denn eigentlich, was uns vorschwebt, wenn wir ein Wort verstehen? ‒ ‒ ‒ Ist es nicht etwas, wie ein Bild? Kann es nicht ein
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Bild sein?
         Nun nimm an, beim Hören des Wortes “Würfel” schwebt Dir ein Ding vor. Etwa das Bild Inwiefern kann dies Bild zu einer Verwendung des Wortes “Würfel” passen, oder nicht zu ihr passen? – Vielleicht [d|s]agst Du: “Das ist einfach: wenn mir dieses Bild vorschwebt und ich zeige z.B. auf ein dreieckiges Prisma und sage, dies sei ein Würfel, so passt diese Verwendung nicht zum Bild.” – Aber passt sie nicht? Ich habe das Beispiel absichtlich so gewählt, dass es ganz leicht ist, sich eine ‘[p|P]rojektionsmethode’ vorzustellen, nach welcher das Bild nun doch passt.
         Das Bild des Würfels legte uns allerdings eine gewisse Verwendung nahe, aber ich konnte es auch anders verwenden.